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FRUX

Pressemeldung

18
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08
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2019

Dorthin gehen, wo der Puck sein wird ...

Robert "Bobby" Lukas

Seit April 2019 gibt es eine Kooperation von FRUX Technologies mit den Black Wings Juniors. Wir sind heute bei Robert "Bobby" Lukas, der vor einem Jahr seine Profi-Karriere und damit seine legendäre Nummer 55 an den Nagel gehängt hat und nun als Leiter des Nachwuchsbereichs der Black Wings sozusagen einen Blickwechsel vorgenommen hat. Die Nummer 55 wird es in Linz nicht mehr geben. Sein Engagement, seine Einstellung und seine Geradlinigkeit hat er jedoch in den neuen Beruf mitgenommen!

Wolfgang Tonninger, unser 1000-Sassa in Sachen Story-Development, hat mit ihm gesprochen.

Wolfgang: Wenn du zurückschaust auf dein erstes Jahr als Nachwuchstrainer: Wie war dieser Blickwechsel für dich? Und wie schwierig ist es jetzt, nicht mehr selbst am Eis zu sein?

Bobby: "Mir fällt da zuerst die Zeit vor dem Ende ein – als klar war, dass mein Bruder mit Ende der Saison seine Karriere beenden wird und bei mir noch vieles unsicher war. Wir wussten nicht, wie lange wir noch zusammen auf der Eisfläche sein werden. Es ging ja um den Einzug in die Play-Offs. Ich weiß noch, wie wir uns vor jedem Spiel umarmt haben und uns schworen, alles zu geben, weil das Spiel ja das letzte sein könnte. Das war pure Gänsehaut.

Und jetzt das erste Jahr als Nachwuchsleiter – da war vieles neu, klar, vor allem im organisatorischen Bereich. Es war nicht einfach. Aber erstens habe ich Spaß am Lernen, nach wie vor, und zweitens gibt es da ja auch die ganz konkrete Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen auf dem Eis und sehr vieles, was ich weitergeben will."

Wolfgang: Du bist mit 1000 Partien in der höchsten österreichischen Spielklasse eine Legende? Wie würdest du aus heutiger Sicht beschreiben, was dich als Eishockey-Profi ausgemacht hat?

Bobby: "Natürlich war ich ein harter Arbeiter. Das kann jeder bestätigen, der mich kennengelernt hat. Das war mein Talent, wenn man so will, dass ich alles mir Mögliche aufbringen konnte – zu jeder Zeit –, um mein Ziel zu verfolgen und letztlich auch zu erreichen.

Wolfgang: Eishockey gilt als besonders schneller Sport. Was ist das Wichtigste, was du den jungen Leuten mitgeben kannst – stocktechnisch, eislauftechnisch, gedankliche Beweglichkeit?

Bobby: "Also ich fang ganz woanders an. Eishockey ist ein harter Sport, in dem der Respekt vor den anderen ganz entscheidend ist. Deshalb geht es gerade im Jugendbereich in erster Linie darum, den Menschen und dann erst den Eishockeyspieler zu formen. Um deine Stärken zu entwickeln, brauchst du eine gute Selbsteinschätzung und auch einen Zugang zu deinen Schwächen.

Wolfgang: Und was ist mit dieser Grundaggressivität, die du im Eishockey brauchst? Ist da überhaupt Platz für den ganzen Menschen, von dem du sprichst?

Bobby: "Ich weiß nicht, ob du mich einmal spielen gesehen hast. (schmunzelt) Ich habe nie mein nettes Gesicht aufgehabt, sondern mein Eishockeygesicht. Natürlich ist jeder anders. Aber das sollen auch meine Jugendlichen verstehen: Wir können jede Menge Spaß haben, aber wenn wir ein Spiel haben, dann geht es darum, den nötigen Biss mitzubringen und alles zu geben. Nur so wirst du besser werden."

Wolfgang: Hilft es, wenn die anderen Spieler Angst vor dir haben?

Bobby: "In erster Linie geht es mir darum, in den jungen Spielern das Feuer für den Sport zu entfachen. Aber natürlich ist Intimidation, Einschüchterung ein großer Faktor im Eishockey."

Wolfgang: Als Trainer. Du sitzt draußen. Auf der Bank. Wie viel kann man planen und wieviel passiert intuitiv in diesem Spiel? Und wieviel Einfluss kannst du nehmen, wenn das Spiel bereits begonnen hat?

Bobby: "Ich glaube, es ist weniger als man als Trainer hofft. Und gerade im Nachwuchsbereich möchte ich nicht zu viel kommentieren von außen. "Lass sie spielen" ist eine meiner Maximen. Zu viel Coachen sorgt im Normalfall für Verwirrung. Die Spieler da draußen dürfen und müssen ihre Fehler machen. Und am Nachhaltigsten ist es, wenn sie dann aus ihren Fehlern lernen. Das Wichtigste ist, dass die Spieler den Mut haben, etwas zu probieren. Für mich als Trainer heißt das, dass ich lerne, mich zurückzunehmen, auch meine Emotionen. Das ist nicht leicht, wenn man so impulsiv ist wie ich. Aber das ist meine Aufgabe als Trainer: Die Spieler aufzurichten, auch wenn nicht immer alles gelingt – nicht erfolgsorientiert, sondern entwicklungsorientiert zu arbeiten."

Wolfgang: Nochmal zurück zur Intuition. Wayne Gretzky, die kanadische Eishockey-Legende, hat einmal gesagt auf die Frage, was ihn auszeichnet: "I skate to where the puck is going to be, not where it has been." Dieses Antizipieren – wie wichtig ist es?

Bobby: "Taktik ist ein großer Teil im Eishockey. Weil alles so schnell geht, versucht man natürlich im Vorfeld einiges vorwegzunehmen. Trotzdem braucht es viel Antizipation und Improvisation, wenn man als Spieler seine Handlungsschnelligkeit verbessern will. Wohl gemerkt: Da geht es nicht um Schlittschuhtechnik. Du kannst ein schneller Eisläufer sein und trotzdem langsam im Spiel."

Wolfgang: Vor einem wichtigen Spiel: Welche Daten, welche Infos habt ihr vom Gegner. Und wie setzt ihr das auf dem Platz um?

Bobby: "Möchte dich kurz mal reinversetzen in so ein Spiel. Nehmen wir an, das siebente Play-Off-Duell steht an. Du hast schon sechs Mal gegen den gleichen Gegner gespielt. Du weißt im Prinzip alles, was der Gegner machen wird. Und der Gegner weiß im Gegenzug auch alles von dir. Was ist die Kunst? Die Kunst ist herauszufinden, was der Gegner machen wird, um auf das zu reagieren, was er glaubt, dass ich machen werde."

Wolfgang: Das heißt, du musst viel wissen, musst aber auch gleichzeitig den Moment des Spiels ernst nehmen?

Bobby: "Du musst 100%ig auf deinen Gegner vorbereitet sein. Aber es passiert so viel, dass die Improvisation nicht auf der Strecke bleiben darf. Denn wir dürfen eines nicht vergessen: Es ist alles nur ein Spiel."

Wolfgang: Schauen wir noch einmal zurück, auf dein erstes Jahr als Trainer. Was hast du gelernt?  

Bobby: "Es war ein harter Weg. Ich muss vor allem lernen zu Delegieren. Das fällt mir schwer. Ich habe am Anfang geglaubt, alles selber machen zu müssen und bin kaum mehr aus der Halle gekommen. Als Spieler war alles organisiert und ich konnte mich auf mein Training konzentrieren. Als Nachwuchsleiter bist du auch für die Rahmenbedingungen zuständig. Und da war es wichtig, zunächst einmal die Prozesse kennenzulernen – zu sehen, was abgeht, wenn du so willst. Und jetzt muss ich Aufgaben – vor allem im administrativen Bereich –weitergeben und versuchen, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, auf das, wovon ich wirklich eine Ahnung habe. Dafür bin ich geholt worden."

Wolfgang: "Know to Grow" ist die Vision von FRUX, die sich in der Tagline niederschlägt. Es geht dabei unter anderem darum zu sagen, dass Wachstum kein Selbstwert ist und kein Ziel, sondern eher ein Sekundäreffekt, wenn man Dinge richtig macht. Wir übersetzen KNOW TO GROW mit richtig Wachsen. Ist das etwas, das dich anspricht – zwischen richtig und falschem Wachsen zu unterscheiden?

Bobby: "Natürlich kann man falsch wachsen. Als passionierter Gärtner weiß ich, was ich sage. Pflanzen können richtig wachsen, sie können aber auch falsch wachsen. Genauso ist es beim Eishockey. Wenn du das Fundament falsch legst, wird das Haus auf keinen guten Füßen stehen.

Wolfgang: Die neue Kampagne von FRUX, in der die Black Wings Juniors eine wichtige Rolle spielen, heißt: KNOW THE PLAYERS, OWN THE GAME. Owning the Game – was braucht es, um ein Spiel zu bestimmen?

Bobby: "Seine Spieler zu kennen hat nicht nur mit Wertschätzung zu tun, es ist auch die Voraussetzung, dass du auf deine Spieler individuell eingehen kannst. Und zum "Owning the Game" möchte ich nur eines sagen: Es gibt Phasen, da bist du in der Zone. Und wenn du in der Zone bist, kann dir erstens nichts passieren und zweitens willst du da nicht wieder raus."

Wolfgang: Welche Parallelen siehst du zwischen den Black Wings Juniors und FRUX Technologies?

Bobby: "Viele. FRUX ist ein Start-Up-Unternehmen. Die Dinge passieren schnell. So wie hier am Eis und rund ums Eis. Wir bräuchten für unsere Nachwuchsmannschaften mehr so coole und unkomplizierte Sponsoring-Partner, wie FRUX, um richtig zu wachsen. Mit Betonung auf richtig."

Wolfgang: Danke für das Gespräch!